Vorbei ist die Saison für den TvdH Oldenburg noch lange nicht – und trotzdem arbeiten die Verantwortlichen bereits mit Hochdruck am Kader für die kommende Spielzeit. Trainer Lukas Brötje erklärt mit Blick auf die eigenen Ambitionen die Bedeutung der frühzeitigen Planung, richtet den Blick selbst aber vor allem auf das Hier und Jetzt.
Die Nationalspieler
Da kommt mit dem Northeimer HC ein weiteres Top-Team in die Sporthalle in Wechloy. Dem ausgerufenen Ziel, dem Aufstieg in die 3. Liga, ist der Tabellendritte (29:9 Punkte) sieben Spiele vor Saisonende durchaus nah. Das Spitzen-Duo auf den Aufstiegsplätzen, bestehend aus dem MTV Großenheidorn (30:8) und TSV Burgdorf II (30:6), ist zum Greifen nah. „Sie zählen ganz klar zu den Aufstiegsfavoriten und spielen einen guten Handball“, lobt TvdH-Trainer Lukas Brötje die aus (ehemaligen) Nationalspielern, Drittliga-erfahrenen Akteuren und Nachwuchskräften „zusammengewürfelte“ Northeimer Mannschaft: „Sie haben eine sehr hohe Qualität im Kader.“ Exemplarisch nennt Brötje den ehemaligen luxemburgischen Nationalspieler Joe Schuster, den einstigen polnischen Legionär Mateusz Wrobel und Tan Kang, der für die südkoreanische Auswahl aufläuft.
Die Rechnung
Drei Spiele, drei Niederlagen – die Bilanz des TvdH Oldenburg gegen den Northeimer HC untermauert die Qualität der Südniedersachsen. Von einem Angstgegner möchte Brötje zwar nicht sprechen, er gibt aber zu: „Man kann davon sprechen, dass sie uns nicht liegen. Wir haben eine Rechnung offen.“ Doch die Oldenburger sind gewarnt, wissen um die Bedeutung, bei aller Motivation auch einen kühlen Kopf zu bewahren – vor allem gegen diesen Gegner. „Sie sind sehr erfahren und abgezockt. Das ist manchmal schwer für ein junges Team wie uns“, sagt Brötje. Bemerkenswert ist vor allem die starke Offensive der Northeimer: In 17 von 19 Partien erzielte die beste Offensive der Liga (631 Tore) mindestens 30 Treffer. „Sie haben viele System-Varianten“, erklärt Brötje und erinnert: „Dazu kommt noch ihre Individualität.“
Der Druck
Kein Wunder also, dass der Trainer einmal mehr auf seine Defensive (546 Gegentore) setzt: „Wir haben die mit Abstand beste Abwehr der Liga und müssen das beweisen.“ Trotzdem: „Der Druck liegt bei Northeim, sie wollen unbedingt aufsteigen und müssen gewinnen. Wir haben nichts zu verlieren“, sagt Brötje und erinnert selbstbewusst an die eigene Heimstärke: „Sie wissen ganz genau, dass wir zu Hause noch nicht verloren haben. Da sollen sie also mal zeigen, dass sie gegen uns wieder gewinnen können. Wir wollen unsere Heim-Bilanz wahren. Dafür muss aber schon nahezu alles perfekt laufen.“
Die Planung
Das gilt auch bereits jetzt für die Kaderplanung der kommenden Spielzeit. Bis Ende Februar wollen die Oldenburger im Idealfall ihre Mannschaft der Zukunft komplett haben. Gelingen kann das nicht immer. In diesem Jahr sieht es aber sehr gut aus. Brötje: „Wir sind sehr, sehr weit. Das ist top. Uns war in der Kaderplanung sehr wichtig, dass wir es schaffen, die Leistungsträger auch für zwei Jahre zu halten.“ Mit den Vertragsverlängerungen von Simon Mayer (bis 2028) und Jesse Hummel (2027 plus Option) ist das jüngst gelungen. „Wir sind mittlerweile auf einem sehr guten Level und haben uns im oberen Bereich der Regionalliga etabliert“, stellt Brötje fest und erklärt: „Jetzt geht es darum, auch weiter zu kommen. Dafür brauchst du eine gewisse Eingespieltheit, weil wir nicht die Qualität wie Burgdorf mit ihren Jugendspielern oder Northeim, die (ehemalige) Nationalspieler verpflichten, haben.“ Um in der kommenden Saison den nächsten Schritt zu machen, ist es für den aktuellen Tabellenfünften (24:12) daher „eine ganz hohe Priorität, den Kader zusammenzuhalten und nur partiell zu verstärken“, so Brötje. (tos)