Was für eine furiose Leistung! Mit 36:23 hat sich der TvdH Oldenburg am Samstagabend gegen Tabellennachbar VfL Hameln durchgesetzt und dabei von der ersten bis zur letzten Minute überzeugt. Trainer Lukas Brötje sprach seiner Mannschaft hinterher ein großes Kompliment aus – und freute sich über die jüngste Entwicklung.
Der Signalstart
„Gleich der erste Angriff war ein Stoppfoul, wo wir aggressiv raufgehen“, erinnerte sich Brötje im Nachhinein und hielt fest: „Da haben wir Hameln so ein bisschen überrascht.“ Diese erste Aktion hatte gleichermaßen nämlich angekündigt, was den TvdH von Anfang an auszeichnen sollte. Brötje: „Wir sind über diese einfachen Dinge hervorragend ins Spiel gekommen.“ Nach Treffern zum 2:1 (4.) und 4:2 (7.) lagen die Oldenburger so schnell mit 7:3 vorne (12.). Wenig später stand dann auch die erste Fünf-Tore-Führung – 10:5 (16.). „Wir haben dem Gegner wirklich den Schneid abgekauft“, fasste Brötje zusammen. Auch zur Pause führte der TvdH mit fünf Treffern (17:12).
Der Traumstart
Nach dem Seitenwechsel gelang den Gastgebern mit einem 4:0-Lauf dann ein absoluter Traumstart in die zweite Halbzeit, weil Hameln in der eigenen Offensive den Torwart herausnahm und der TvdH das mit vier Treffern ins leere Tor eiskalt ausnutzte. „Das war entscheidend“, wusste auch Brötje die daraus resultierende 21:12-Führung (35.) einzuordnen. Hameln tat sich auch danach weiterhin schwer, zum Torerfolg zu kommen. Brötje: „In allen Belangen waren wir in der Abwehr sehr agil, sehr aggressiv und sehr präsent mit einem herausragenden Torhüter hinten drin. Das hat uns eine gewisse Sicherheit gegeben.“
Die Mannschaft
In der Offensive lief es außerdem ebenfalls wie am Schnürchen, sodass mit dem 27:17 bald die erste Zehn-Tore-Führung der Partie stand (44.). „Dann war das irgendwann einfach so ein Flow“, erklärte ein überaus glücklicher Brötje und sprach seiner Mannschaft ein großes Kompliment aus: „Das war die stärkste Leistung, die wir bisher in dieser Saison gezeigt haben.“ Dass zwischenzeitlich sogar noch Keeper Jannik Rohde ein Tor erzielen konnte, rundete den gelungenen TvdH-Auftritt, bei dem jeder Einzelne wichtig war, passend ab. „Das war eine geschlossene, hervorragende Mannschaftsleistung, wo jeder Spieler – auch die von der Bank – ein Lob verdient hat“, schwärmte Brötje. „Selbst die zwei Torhüter, die nicht gespielt haben, haben über 60 Minuten volle Pulle Energie gegeben. Das zeichnet uns aus und so sind wir stark.“
Die Entwicklung
Weil der Oldenburger Torhunger auch bis in die Schlusssekunden nicht zu stillen war, wuchs die Führung immer weiter an. Letztlich gelangen dem TvdH mit dem 36:23-Erfolg auch deshalb erstmals in dieser Saison zwei Siege mit über 30 erzielten Toren am Stück. „Die Entwicklung zeigt gerade in die richtige Richtung und das macht mich glücklich“, hielt Brötje fest und erklärte: „Es kommt gerade ein bisschen mehr Konstanz rein“ – als Team, aber eben auch bei Einzelspielern wie Simon Stoehr (neun Tore, 4/5 Siebenmeter) und Janno Borke (4). „Da sind viele Spieler, die aus der zweiten Reihe auch nochmal echt herausstechen und wirklich starke Spiele machen. Sie spielen unaufgeregter, lassen den Ball laufen und suchen den Extrapass.“ Kurzum: „All diese Dinge, die wir uns im Training tagtäglich erarbeiten, kommen so langsam.“ Eine Entwicklung, die der neue Tabellenfünfte (11:7 Punkte) am kommenden Sonntag (17 Uhr) beim MTV Vorsfelde unbedingt fortsetzen will. „Das Entscheidende wird jetzt sein, wie wir in so einer Stresssituation bei einem sehr unangenehmen Gegner bestehen können“, blickte Brötje voraus. (tos)