Am Sonntag (17 Uhr) möchte der TvdH Oldenburg auswärts beim MTV Vorsfelde seine jüngste Form bestätigen. Doch auf das Team von Lukas Brötje warten dabei in vielerlei Hinsicht widrige Umstände. Warum das so ist, und worauf es deshalb ankommt.
Die Gefahr
Aufgrund der „anhaltenden Leistungsschwankungen“ und weil sie die Saisonzielsetzung in Gefahr sahen, haben sich die Verantwortlichen des MTV Vorsfelde (8:12 Punkte, 9. Platz) unter der Woche dazu entschieden, Trainer Niklas Wosnitza freizustellen und ab sofort wieder auf ihren Ex-Coach Jürgen Thiele zu setzen. Für den TvdH ist dieser Trainerwechsel „eine gefährliche Sache“, meint Brötje. Zwar weiß der Trainer, dass allzu viele Änderungen im System und in den Abläufen in so kurzer Zeit nicht möglich sind, doch einen entscheidenden Faktor bringen die jüngsten Entwicklungen eben doch mit: „Das größte Pfund, das du als „neuer“ Trainer hast, ist halt, dass du denen nochmal richtig Bock einhauchen, die richtig heiß machen und sagen kannst: ‚Jetzt hat jeder die Chance, sich neu zu beweisen.‘“ Wie sich die Gastgeber demzufolge am Sonntag präsentieren werden, steht für Brötje außer Frage: „Ich gehe davon aus, dass sie mit ganz großer Energie und Motivation auftreten und drauflosgehen werden.“ Wichtig für den TvdH sei daher, die Vorsfelder „kognitiv, emotional und motivational zu matchen. Wir müssen gewappnet sein, dass die brutal heiß sein werden.“
Der Stresstest
Doch auch unabhängig vom Trainerwechsel ordnet Brötje das Spiel in Wolfsburg als „Stresstest“ für sein junges Team ein. „Vorsfelde hat viele erfahrene und körperlich starke Leute“, erklärt er: „Das ist ein bisschen anders als unsere letzten Gegner.“ Deshalb war dem Trainer auch von vornherein klar, worauf es in der Vorbereitung und ganz speziell am Sonntag ankommt: „Es ist die Woche des Kopfes, weil wir jetzt so einen gewissen Reifeprozess zeigen müssen.“ Nach guten Ergebnissen und Leistungen in den vergangenen Wochen geht es gegen den MTV darum, die jüngsten Erfolge auch unter widrigen Umständen zu bestätigen. Brötje: „Wir haben uns spielerisch entwickelt und die Trainingsinhalte sehr gut umgesetzt. Jetzt kommen andere Faktoren hinzu: sonntags, Auswärtsspiel, Vorsfelde und deren Trainerwechsel. Da musst du einfach bereit sein.“
Die Serie
Vor allem aber sei „eine gute Balance“ wichtig: „Einerseits musst du, insbesondere in der Abwehr, die Aggressivität und Emotionalität matchen, aber gleichzeitig auch einen kühlen Kopf bewahren und darfst dir nicht den Schneid abkaufen lassen“, so Brötje. Gelingt das, könnte der TvdH mit einem erneuten Erfolg erstmals in dieser Saison drei Siege in Folge feiern – was nicht nur tabellarisch (aktuell 11:7 Punkte, 5. Platz) für eine schöne Momentaufnahme sorgen würde. „Man kann viel trainieren und lernen, aber wenn kein Erfolg kommt, macht das Lernen keinen Spaß mehr und es fällt alles ein bisschen schwerer“, erklärt Brötje. „Lernt man aber, hat schwierige Phasen und es kommt Erfolg, gibt es eine Selbsteinsicht und es fällt leichter, die nächsten Schritte zu machen. Insofern ist das natürlich wichtig, jetzt vielleicht auch mal so eine kleine Serie zu starten.“ (tos)