Im letzten Auswärtsspiel der Saison steht dem TvdH Oldenburg nochmal eine richtig schwierige Aufgabe bevor. Denn mit dem TSV Burgdorf II wartet nicht nur eine handballerisch sehr gut ausgebildete Mannschaft, sondern auch der aktuelle Tabellenführer der Regionalliga Nord – und der kann am Samstag (19 Uhr) Aufstieg und Meisterschaft perfekt machen.
Die Partycrasher
Nur einen Punkt braucht Burgdorf (40:8 Punkte) noch in den zwei verbleibenden Partien, um am Saisonende sicher vor dem aktuellen Tabellendritten Northeimer HC (36:12) zu stehen. Aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs gegenüber dem Tabellenzweiten MTV Großenheidorn (37:11) würde dieser eine Zähler sogar bereits zum Gewinn der Meisterschaft reichen. „Sie werden probieren, es möglichst schnell klarzumachen“, glaubt TvdH-Trainer Lukas Brötje, der zu gerne den Partycrasher geben würde: „Das wollen wir verhindern.“
Die Zerstörer
Einfach wird das sicher nicht. „Wir spielen auswärts gegen den Tabellenführer“, bricht es Brötje herunter. Doch auch abgesehen von den statistischen Vorzeichen erwartet die Oldenburger gegen die sehr junge Burgdorfer Mannschaft eine große Herausforderung. „Individuell sind das mit Abstand die besten Spieler der Liga. Sie sind zwar super jung, aber so gut ausgebildet“, sagt Brötje, der zugibt, den Hannoveranern – die unter Profi-Bedingungen trainieren – gerne zuzuschauen. „Sie haben 116 Tore mehr geschossen als wir, der Angriff ist schon beeindruckend.“ Der Auftrag an sein Team ist daher klar: „Wir müssen probieren, dieses schöne Handballspiel zu verhindern. Wenn wir mit denen mitspielen und sie spielen lassen, haben wir keine Chance. Wir müssen das – böswillig gesagt – zerstören.“
Die Marschroute
Im Hinspiel ist das dem TvdH eindrucksvoll gelungen. Mit 29:25 hatten sich die Oldenburger im Dezember durchgesetzt. „Da haben beide Mannschaften nicht so tollen Angriffshandball gezeigt, aber wir haben defensiv einfach stark agiert“, erinnert sich Brötje: „Das war herausragend und muss ganz klar wieder die Marschroute sein.“ Dass sich die TvdH-Defensive beim eindrucksvollen 40:20 gegen den MTV Vorsfelde zuletzt in Bestform zeigte, kommt also sehr gelegen – zumal man von der Art und Weise viel fürs Burgdorf-Spiel mitnehmen kann. Während der MTV viel auf Rückraum-Abschlüsse setzte, zeichnet die Burgdorfer aus, dass sie Räume für Eins-gegen-eins-Bewegungen schaffen wollen. Die Gemeinsamkeit: „Da brauchst du eine gute Höhe. Gegen Vorsfelde haben wir es geschafft, die zu generieren. Auch wenn jetzt andere Spielertypen kommen, ist das taktisch ähnlich“, so Brötje.
Die Lockerheit
Ebenfalls entgegenkommen dürfte den Oldenburgern, dass sie aufgrund ihrer eigenen Ausgangslage als Tabellenvierter (29:19) ohne Druck in dieses Spiel gehen können. So spielen die Verfolger im Rennen um die Top-5 aus Beckdorf (28:20) und Schaumburg (26:22) im direkten Duell gegeneinander. Der Puffer auf den Siebten Vorsfelde (26:22) beträgt zudem ebenfalls drei Zähler. „Durch den Sieg gegen Vorsfelde haben wir uns eine sehr gute Ausgangslage verschafft“, weiß auch Brötje und erklärt fürs ‚Bonusspiel‘ in Burgdorf: „Wir brauchen eine gewisse Lockerheit und dürfen uns gar nicht zu viel Kopf machen.“ Trotzdem: „Ich erwarte, dass wir uns an unsere Absprachen und Vorgaben halten.“ (