Vier Spiele hat der TvdH Oldenburg in der laufenden Regionalliga-Spielzeit noch zu bestreiten. Austrudeln lassen wollen die Haarentorer die Saison aber gewiss nicht. Denn neben dem anvisierten fünften Tabellenplatz (oder besser) hat Trainer Lukas Brötje noch ein paar weitere Ziele gesteckt – der Blick geht dabei immer nur auf die nächste Partie.
Die Bretter
„Ich habe viel Endspurt-Mentalität für ein Spiel ausgemacht“, sagt Brötje und betont damit einmal mehr, dass sich die Oldenburger auch in der letzten Saisonphase lediglich auf das nächste Spiel fokussieren. Zur Erklärung muss der Trainer dann aber doch zumindest kurzzeitig einen Weitblick bemühen: „Wir haben noch vier Spiele Zeit, unsere Entwicklung voranzutreiben.“ Während ebendiese vor allem bei Heimspielen (acht Siege, zwei Unentschieden, eine Niederlage) unwiderlegbar bewiesen wurde, sieht das auswärts noch anders aus (vier Siege, sieben Niederlagen). Brötje: „Auswärts haben wir die Entwicklung noch nicht so zeigen können, wie wir es gerne wollen.“ Mit Spannung erwartet der Trainer daher die noch zwei ausstehenden Auswärtsspiele gegen den VfL Hameln (Samstag, 19 Uhr) sowie am 18. April (19 Uhr)gegen den TSV Burgdorf II: „Das sind zwei richtig schöne Bretter!“
Der Wunsch
In Hameln erwartet den TvdH derweil wieder eine stimmungsvolle Halle. „Ich habe noch nie da gespielt, aber es sollen immer um die 500 oder 600 Leute da sein und für eine herausragende Atmosphäre sorgen“, freut sich Brötje, gibt aber zu: „Das bedeutet auch: Druck für die Spieler.“ Und genau an dieser Stelle wird es spannend, wie Brötje beim Blick auf die Details der eigenen Auswärtsschwäche offenbart: „Wir gucken, in welchen Bereichen des Spiels es auswärts anders läuft als zu Hause. Da gibt es schon ein paar Auffälligkeiten.“ Zum einen in der Abwehr: „Wir kriegen auswärts im Schnitt über fünf Gegentore mehr. Daran gilt es zu arbeiten.“ Zum anderen auch im Angriff: „Unsere Wurfeffektivität ist nicht so stark.“ Doch auch insgesamt möchte Brötje eine in dieser Saison zumindest zu Hause neu dazugewonnene Stärke auch auf die Auswärtsspiele übertragen: „Wir haben es zuletzt häufiger geschafft, noch einen Rückstand zu drehen. Ich würde mir wünschen, dass wir diesen Trend mitnehmen.“
Die Offensivgefahr
Einfach wird es gegen Hameln allerdings auch unabhängig von der dortigen Atmosphäre nicht. Denn wie der letzte Gegner aus Schaumburg, den der TvdH überraschend torarm bezwang (24:22), ist auch der VfL ein starkes Angriffsteam (703 Tore). „Es ist auffällig, dass die Offensivkraft bei Mannschaften aus der alten Oberliga Niedersachsen bisher deutlich höher ist als aus unserer Oberliga Nordsee“, sagt Brötje und nennt die Stärken der Hamelner: „Sie haben einen Top-Rückraum.“ Zu nennen wären da vor allem der „superstarke“ Isländer Kari Hauksson (Rückraum Rechts) sowie Janne Siegesmund (Rückraum Links), der der drittbeste Torschütze der Regionalliga ist (161 Treffer). „Er ist ein klassischer Shooter“, sagt Brötje und erinnert sich daher umso mehr ans Hinspiel, in dem Siegesmund kein einziges Tor erzielte: „Wir haben es hervorragend hingekriegt, ihn aus dem Spiel zu nehmen. Wenn wir das nur ansatzweise wieder so schaffen, wäre das ein großer Erfolg für uns.“
Der Schaum
Fest damit planen werden sie beim TvdH aber nicht. Überhaupt erwartet Brötje im Rückspiel keinesfalls ein derart deutliches Ergebnis wie im Hinspiel (36:23). „Das war das beste Spiel der Saison. Wir waren richtig im Flow“, blickt Brötje zurück und schlussfolgert daraus eine Warnung: „Die Hamelner werden sich das Spiel auch nochmal vor Augen führen und Schaum vorm Mund haben. Die werden beweisen wollen, dass sie in der Lage sind, gegen uns gut zu spielen.“ Entgegensetzen möchte der TvdH dem einmal mehr die eigene und – wie Brötje selbstbewusst betont – „mit Abstand beste Abwehr der Liga: Wenn wir wie gegen Schaumburg unsere Abläufe haben und die Würfe da erzwingen, wo wir sie haben wollen, damit sich Jannik Rohde im Tor wohlfühlt und zur besten Form finden kann, haben wir unser Ziel erreicht.“ (tos)