„Es zieht sich leider seit vier Spielen wie ein roter Faden durch“, ärgert sich Trainer Lukas Brötje nach der 27:31-Niederlage des TvdH Oldenburg (24:18, 5. Platz) im Derby beim TV Cloppenburg (17:25, 9.). Warum die Oldenburger sich geschlagen geben mussten und welche Schlüsse Brötje daraus zieht.
Die Wurfquote
Auch in Cloppenburg haben sich die Oldenburger mit vielen Fehlwürfen das Leben selbst schwer gemacht. „Wir haben im Angriff richtig gute Lösungen gefunden, richtig gute Möglichkeiten herausgespielt, aber einfach zu viel liegen lassen“, sagt Brötje mit Blick auf die Wurfquote von nur knapp über 50 Prozent mit vielen vergebenen Freien und nur einem von drei verwandelten Siebenmetern: „Die Fehlwürfe waren spielentscheidend.“ So musste der Trainer hinterher von einem „verdienten Sieg“ für den TVC sprechen, wenngleich „man die zwei Halbzeiten gesondert betrachten muss“.
Der Rückzug
Im ersten Durchgang war es zunächst der TvdH, der wiederholt in Führung ging und schnell mit zwei Treffern vorne lag – 3:1 (5.). Richtig absetzen konnte sich anschließend bei mehreren Führungswechseln aber keines der beiden Teams, sodass es schließlich 11:11 stand (22.). Dann aber lagen die Oldenburger plötzlich mit 11:14 (26.), zur Pause sogar mit 13:17 zurück – auch, weil sie das Cloppenburger Tempospiel einfach nicht in den Griff bekamen. „Sie haben uns überlaufen, das geht so nicht“, hadert Brötje: „Da war unser Rückzug katastrophal.“
Das Entscheidende
Nach dem Seitenwechsel gerieten die Oldenburger zwischenzeitlich sogar fünf Treffer in Rückstand, letztmals mit 18:23 (40.). Dann aber verkürzten sie nach und nach, sodass sie wieder auf zwei Tore herankamen – 22:24(47.). „Wir haben eine taktische Umstellung vorgenommen und hatten keinen Angriff-Abwehr-Wechsel mehr“, erklärt Brötje und stellt fest: „Das hat gut geklappt, die zweite Halbzeit im Sechs-gegen-Sechs war okay.“ Und dennoch: Nach dem 23:25 (48.) stand es schnell 23:27 (52.), näher als auf drei Tore kam der TvdH anschließend nicht mehr heran. Der Grund: „Es waren wieder die Fehlwürfe“, ärgert sich Brötje und betont: „Es zählt nicht, ob ich gut gespielt habe, sondern ob ich das Tor mache. Das ist entscheidend. Wir müssen lernen, da konsequenter zu sein. So ist es ultrabitter, weil wir uns selbst um den Lohn bringen.“
Der Lichtblick
Für einen Lichtblick sorgte immerhin Linksaußen Aydrian Dröge, der in seinem vierten Spiel nach überstandenem Kreuzbandriss nicht nur rund 40 Minuten auf der Platte stand, sondern sich erstmals wieder als Top-Torschütze beim TvdH auszeichnen konnte (acht Tore). „Er hat es hinbekommen, die Vorgaben aus der Halbzeit umzusetzen, das hat er sehr gut gemacht“, freut sich Brötje, erinnert aber auch: „Wir haben die Situationen hervorragend herausgespielt.“ Weil das junge Team vor guter Atmosphäre insgesamt dennoch zu viele Gelegenheiten liegen ließ, schlussfolgert der Trainer abschließend: „Wir müssen uns eingestehen, dass wir einfach lernen müssen, in Drucksituationen cool zu bleiben. Das geht über Erfahrungen und über viel Trainingsintensität.“ (tos)