Die Serie ist gerissen! Nach neun Heimspielen ohne Niederlage hat der TvdH Oldenburg am Samstagabend mit 25:31 gegen Top-Team Northeimer HC verloren. Für die Haarentorer war es gleichzeitig die erste Niederlage in der seit dieser Saison neuen sportlichen Heimat in Wechloy – dabei hatte es eigentlich so gut angefangen…
Der Spaß
„Das war eine richtig geile erste Halbzeit“, schwärmt Brötje: „Es hat richtig Spaß gemacht.“ Der TvdH (24.16 Punkte, 5. Platz) hatte sich mit dem neuen Tabellenzweiten (31:9 Punkte) zunächst einen offenen Schlagabtausch geliefert. Nach mehreren Führungswechseln bei maximal einem Tor Unterschied erspielten sich erstmals die Northeimer einen Zwei-Tore-Vorsprung – 5:7 (15.). Die Oldenburger glichen daraufhin zum 10:10 aus (20.) und lagen dann selbst mit zwei Treffern in Front – 12:10 (23.), 13:11 (25.). Zur Pause führten die Gastgeber immerhin knapp mit 16:15. „Die erste Halbzeit kann man so kopieren und in jedes Spiel mitnehmen“, lobt Brötje seine Mannschaft. „Das war wirklich klasse: Im Angriff und in der Abwehr waren gute Sachen dabei und auch die Spieler von der Bank haben performt.“
Der Knacks
Der Wunsch des Trainers, diese Leistung auch mit in den zweiten Durchgang zu transportieren, blieb allerdings unerfüllt. „Das ist total ärgerlich“, hadert Brötje spürbar. Zwar erzielte seine Mannschaft, wie schon im ersten Durchgang, auch nach Wiederanpfiff den ersten Treffer – 17:15 (31.). Dann aber kam „der Knacks“, schildert der Trainer: „Wir verwerfen drei Freie und kriegen vier leichte Gegentore.“ Die Folge: Nach einem 0:5-Lauf stand plötzlich ein 17:20 auf der Anzeigetafel (40.). Brötje: „Das hat das Spiel letztlich entschieden.“
Die Freien
Denn: Obwohl die Oldenburger nach einer Brötje-Auszeit (40.) noch zwei Mal auf zwei Treffer herankamen – letztmals auf 19:21(43.), konnten sie sich vom Fehlstart nicht mehr vollends erholen. „Wenn du nicht triffst, leidet das mentale Mindset ein bisschen darunter“, erklärt Brötje. Weitere verworfene freie TvdH-Würfe und das starke Northeimer Sieben-gegen-sechs resultierten so im 20:25-Rückstand (46.), nach dem die Oldenburger nicht mehr entscheidend verkürzen konnten. „Mindestens die Hälfte deiner Freien musst du reinmachen, dann ist es ein knappes Spiel“, weiß Brötje und betont: „Wenn wir gegen Top-Teams gewinnen wollen, müssen wir hochprozentiger abschließen.“
Die Aufgabe
Dass sich damit das zentrale Thema der vergangenen Wochen wiederholt, wurmt Brötje: „Es ist wieder so, dass der gegnerische Torwart das Spiel entscheidet – und das geht so nicht, vor allem nach so einer ersten Halbzeit.“ Dazu hadert der Trainer mit der nach dem Seitenwechsel fehlenden Geduld im Angriff sowie dem letztlich deutlichen Ergebnis: „Es ist ein verdienter Sieg für Northeim – aber -6 ist halt bitter.“ Für Brötje und seine Mannschaft ergibt sich daraus „unsere ganz, ganz große Aufgabe: Wir müssen in Zukunft mehr Konstanz reinkriegen.“ (tos)