Eigentlich hätte Lukas Brötje lieber durchgespielt. Doch stattdessen liegt hinter dem Trainer und seinem TvdH Oldenburg eine dreiwöchige spielfreie Zeit, nach der es am Sonntag (16 Uhr, Sporthalle Wechloy) mit dem Heimspiel gegen Tabellennachbar MTV Vorsfelde endgültig in den Saisonendspurt geht. Wie Brötje die letzten drei Partien im Kampf um eine Top-5-Platzierung angeht und warum er gegen Vorsfelde „ein knappes Spiel“ erwartet.
Das knackige Restprogramm
Einen Vorteil hatte die lange Pause nach dem 28:28 gegen den VfL Hameln schon, gibt Brötje zu: „Es war eine anstrengende Saison und daher war die Pause für die Spieler nochmal ganz wichtig, um sich auf die letzten Spiele zu fokussieren.“ Diese haben es für den Tabellenfünften (27:19 Punkte) schließlich in sich. Nach dem direkten Duell gegen den Sechstplatzierten Vorsfelde (26:20) geht es noch gegen Spitzenreiter TSV Burgdorf II (38:8), der sich mitten im Aufstiegsrennen befindet, sowie den 15. SV Alfeld, der aktuell noch um den Klassenerhalt kämpft.
Der wichtige Schritt
Eine Rechnung oder gar Vorgabe, wie viele Punkte noch nötig sind, um den als Saisonziel ausgerufenen fünften Tabellenplatz zumindest mal zu verteidigen, formuliert Brötje nicht. „Dafür ist die Liga zu verrückt“, erklärt der Trainer mit Blick auf viele unerwartete Ergebnisse in den vergangenen Wochen, betont aber: „Wenn man gegen den Tabellensechsten gewinnt und den auf drei Punkte Abstand hält, hat man schon mal einen ganz wichtigen Schritt geschafft.“ Womit Brötje bei seiner Marschroute für Sonntag angekommen wäre: „Wir brauchen diese zwei Punkte und wollen sie zu Hause gegen Vorsfelde holen.“
Die knappen Spiele
Einfach wird das zum Auftakt des knackigen Oldenburger Restprogramms aber nicht. Brötje: „Sie haben unfassbar viel Qualität und sind mit uns genau auf Augenhöhe.“ Das belegt nicht nur die aktuelle Tabelle, sondern auch die der Vorsaison, wo der TvdH am Ende drei Punkte mehr als die Wolfsburger vorzuweisen hatte. Die bisherige Bilanz beider Teams in der Regionalliga fällt zwar zugunsten des MTV aus (25:28, 37:37, 33:34), eng war es dabei aber immer. „Ich erwarte jetzt auch ein knappes Spiel“, so Brötje.
Die trügerischen Probleme
Auffällig ist, dass der MTV Vorsfelde trotz der guten Platzierung die drittschlechteste Abwehr der Liga stellt (749 Gegentore), was Brötje auf ihre Interpretation der 6:0-Deckung zurückführt: „Sie sind da manchmal nicht so griffig und dadurch hast du relativ viele Wurfchancen aus dem Rückraum. Da haben sie große Probleme und agieren anders als andere Teams, die oben stehen.“ Dass sie dennoch im ersten Tabellendrittel mitmischen, kommt nicht von ungefähr. „Sie machen es mit ihrer Offensive wett“, betont Brötje und warnt: „Da haben sie eine ganz, ganz große Qualität und hohe Individualität.“ Allen voran: Lasse Giese, der mit Abstand beste Torschütze der Liga (214 Treffer).
Die verlässliche Heimstärke
Deshalb kommt es für den TvdH einmal mehr auf die eigene Defensive an, die bei der Hinspiel-Niederlage (33:34) noch geschwächelt hatte. „Da haben wir es nicht hinbekommen, die nötige Aggressivität und Körperlichkeit zu zeigen, sodass der Gegner sich nicht ganz so wohl fühlt. Bei Heimspielen ist uns das bislang aber häufig gelungen.“ Das soll nun auch zur ungewohnten Zeit klappen. Brötje: „Wir müssen es schaffen, am Sonntag um 16 Uhr aggressiv zu sein, hinten in der Verteidigung die beste Abwehr der Liga unter Beweis zu stellen und vorne die Absprachen einzuhalten.“ Dass die Konkurrenz im Rennen um die Top-5 – namentlich der SV Beckdorf (28:18, 4. Platz) und die HSG Schaumburg (25:21, 7.) – am Samstag bereits vorgelegt haben könnte, spielt für den Trainer derweil keine Rolle: „Bei meinen Jungs braucht man gar nicht mit solchen externen Faktoren ankommen.“ (tos)