Fehlwürfe führen zum Kollaps: TvdH-Niederlage in Beckdorf wird zur Kopfsache

Eigentlich wollte der TvdH Oldenburg im Auswärtsspiel am Samstagabend den direkten Tabellennachbarn SV Beckdorf auf Abstand halten, doch stattdessen zogen die Gastgeber (20:12, 4. Platz) durch einen klaren 31:22-Sieg an den Oldenburgern (19:13, 5.) vorbei. Die Gründe für die deutliche Pleite.

Die Fehlwürfe

„Schon in der ersten Halbzeit geht es los“, ärgert sich TvdH-Trainer Lukas Brötje und meint damit die vielen ausgelassenen Chancen. Fünf freie Würfe vom Kreis und sechs aus dem Rückraum brachten die Oldenburger gegen Beckdorf insgesamt nicht im Tor unter. Dazu verfehlten auch noch alle fünf TvdH-Siebenmeter ihr Ziel. „Das habe ich noch nie erlebt“, verrät Brötje vielsagend. Trotzdem lagen die Oldenburger im ersten Durchgang höchstens mit zwei Gegentreffern zurück – zuletzt mit 4:6 (12.) – und gingen auch selbst zwischendurch mit 7:6 (17.) und 10:9 (26.) in Führung. „In der ersten Halbzeit haben wir noch den Vorteil, dass unsere Abwehr kompakt steht“, erklärt Brötje.

Der Kollaps

Im zweiten Durchgang änderte sich das dann aber. Zwar fanden die Oldenburger nach dem 11:12-Pausenrückstand auch auf das Beckdorfer 15:12 (36.) und 16:13 (37.) zunächst Antworten, dann kam es aber zum „Kollaps“, so Brötje: „Wenn dann Situationen sind, wo wir dran sind und wir die Bälle nicht verwerten, funktionieren auf einmal unsere Abläufe nicht mehr. Dann verlieren wir den Kopf und fallen auch hinten in der Abwehr komplett auseinander.“ Die Folge: Nach dem Oldenburger Treffer zum 14:16 (38.) erhöhten die Gastgeber binnen weniger Minuten auf 20:14 (44.), woraufhin der TvdH nicht mehr zurück ins Spiel fand.

Die Kettenreaktion

„Natürlich darfst du mit deinen Chancen nicht so sträflich umgehen“, hadert Brötje und erklärt, welche Kettenreaktion das auslöste: „Dann ist die Problematik, dass der Kopf irgendwann anspringt und du dich an Sachen aus der Vergangenheit erinnerst, die wir eigentlich abhaken wollten. Aber so weit sind wir noch nicht.“ Zur Erinnerung: Immer wieder im Saisonverlauf hatte der TvdH in einigen Partien zunächst den Faden und dann auch das Spiel verloren, weshalb Brötje mit Blick auf den starken Beckdorfer Schlussmann Dennis Klingebiel festhielt: „Der Torwart hat uns komplett den Zahn gezogen.“

Die Psychologie

Für den TvdH-Trainer geht es deshalb nicht nur um handballerische, sondern auch um psychologische Elemente, wie er erklärt: „Wir schaffen es in den kritischen Phasen nicht mehr, uns auf unsere Absprachen und Prozesse zu besinnen, sondern handeln nur noch instinktiv. Und dafür sind unsere Automatismen und die Erfahrungen der einzelnen Spieler noch nicht groß genug.“ Für Lukas Brötje und sein Team ergibt sich daher ein klarer Auftrag: „Wir müssen daran arbeiten, dass wir mehr Sicherheit und Ruhe reinkriegen und dass wir uns, auch wenn es nicht läuft, auf unsere Stärken besinnen.“ (tos)

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