Am Samstag (19:30 Uhr) ist der TvdH Oldenburg beim TV Cloppenburg gefordert. Wieso sich Trainer Lukas Brötje auf dieses Spiel besonders freut und warum die Cloppenburger gefährlicher sind, als es die Tabelle vermuten lässt.
Die Vorfreude
„Es ist Derbyzeit“, sagt Lukas Brötje und lässt sich dabei deutlich anmerken, wie viel Vorfreude er auf das Gastspiel seines TvdH Oldenburg beim TV Cloppenburg hat: „Ich liebe diese Halle. Auch als Gästetrainer muss man sagen, da gibt es die beste Atmosphäre: immer knüppelvoll, die Leute sind gut angeheitert und freuen sich auf einen Fight.“ In diesen gehen beide Teams nach einer zweiwöchigen Pause derweil gut erholt. „Die Saison war schon lang und wir hatten immer wieder ein paar Verletzungen. Deshalb haben wir einen Mix zwischen Pause und individueller Arbeit gemacht“, verrät Brötje und versichert: „Alle haben wieder Bock.“
Die Überraschung
Das ist nicht nur grundsätzlich wichtig für ein Derby, sondern ganz besonders auch für diesen Gegner. Zwar sind die Cloppenburger als Tabellenzehnter (15:25 Punkte) bei bis zu vier möglichen Absteigern noch mitten im Abstiegskampf, doch nur auf das Tableau vertrauen, sollte man beim TVC nicht. „Für mich ist Cloppenburg eins der Teams, die am meisten überrascht haben – allerdings nicht im positiven Sinne“, sagt Brötje vielsagend und warnt: „Handballerisch wird da was Großes auf uns zukommen. Wenn sie als Team funktionieren, wird es ganz, ganz schwer für uns. Sie haben Top-Individualisten und sehr abgezockte Spieler.“ Warum sich das noch nicht konstant in Ergebnissen widerspiegelt, liegt für Brötje auf der Hand: „Sie haben ihr unfassbares Potenzial als Team nicht immer abrufen können.“
Die Warnung
Im Hinspiel in der Kleinen EWE Arena gab es allerdings bereits eine kleine Kostprobe für den TvdH. „Wir sind gewarnt. Sie haben gezeigt, dass sie uns vor Probleme stellen können“, erinnert Brötje an jenes 22:22. „Wir haben uns schwergetan mit ihrer Abwehrformation. Sie sind uns relativ offensiv angegangen und das erwarte ich auch dieses Mal wieder. Da müssen wir bessere Lösungen finden.“ Erfreulich aus Oldenburger Sicht ist derweil, dass die Personal-Not aus dem Hinspiel (mit Jonas Rohde und Daniel Jensen fielen beide Linkshänder im Rückraum aus, Niclas Hafemann verletzte sich früh im Spiel) der Vergangenheit angehört.
Der Trainerwechsel
Beim TVC gab es im Vergleich zum Hinspiel derweil eine Veränderung auf der Trainerposition: Barna-Zsolt Akacsos übernahm für den freigestellten Bence Lugosi. „Er gibt der Mannschaft mehr Struktur und hat klare Vorgaben“, nennt Brötje einige Veränderungen, die mit dem Trainerwechsel einhergingen: „Zudem muss man feststellen, dass sie fitter sind. In der Hinserie hatte Cloppenburg in zahlreichen Spielen in den letzten zehn Minuten Probleme. Das haben sie jetzt nicht mehr so stark.“ Um sich am Ende durchzusetzen und mindestens den als Saisonziel ausgerufenen fünften Tabellenplatz (24:16 Punkte) zu verteidigen, gibt Brötje seinem Team einen klaren Auftrag: „Wir müssen sie dazu bringen, den Spaß miteinander zu verlieren, sodass sie anfangen miteinander zu hadern und sie in ihre Einzelteile zerfallen.“ (tos)