Wieder einmal hat es auswärts nicht geklappt. Der TvdH Oldenburg (15:11 Punkte, 5. Platz) musste sich am Samstagabend bei der SV Alfeld (10:16, 10.) mit 28:30 geschlagen geben und verlor somit bereits das fünfte seiner bisher sieben Auswärtsspiele. Trainer Lukas Brötje machte sich daher nach der Partie auf die Suche nach den Ursachen…
Das Problem
Bereits in der Anfangsphase taten sich die Oldenburger schwer, mussten fast acht Minuten warten, ehe Daniel Jensen den TvdH mit seinem Treffer zum 1:3 erlöste (8.). „Alfeld war gerade zu Beginn des Spiels sehr aggressiv in der Deckung und hat uns so vom Tor weggedrückt“, erklärt Brötje. „Dadurch haben wir den Fluss nicht gefunden und hatten ein großes Problem im Angriff.“ Der TvdH verkürzte Mitte der ersten Halbzeit zwar auf 5:6 (18.), lag nach doppelter Unterzahl wenig später aber wieder deutlich hinten – 6:10 (23.). In die Kabine ging es dann immerhin „nur“ mit einem 9:11-Rückstand. Während Brötje mit der Defensivarbeit bis dato zufrieden sein konnte, musste der Trainer über seine Offensive festhalten: „Neun Tore sind viel zu wenig. Wir hatten eine miserable Chancenauswertung.“
Der Käse
Im zweiten Durchgang fand der TvdH mit dann insgesamt 19 Toren aber Lösungen und glich nur kurz nach Wiederbeginn durch Jonas Rohde zum 11:11 aus (36.). Auch in der Folge trafen die Haarentorer immer wieder zum Ausgleich. Brötje: „Wir haben taktisch ein paar gute Maßnahmen gefunden, sodass wir im Angriff besser in den Schwung kamen.“ Der Trainer weiß aber auch, warum seine Mannschaft dennoch nie selbst in Führung gehen konnte: „Auf einmal waren wir in der Abwehr löchrig wie ein Schweizer Käse. Da fehlte uns einfach komplett der Zugriff.“ Dennoch fanden die Oldenburger auch auf mehrere Drei-Tore-Rückstände immer wieder eine Antwort, letztmals nach dem Alfelder 26:23 (55.), nach dem die Gäste schnell zum 26:26 ausglichen (57.).
Die Auswärtsschwäche
Das 27:27 kurz darauf sollte aber der letzte Gleichstand der Partie sein (58.). Zwar verkürzte der TvdH auch nach dem 27:29 (59.) nochmal auf ein Tor (60.), den Schlusspunkt markierte aber die SV Alfeld mit dem Treffer zum 30:28. „Uns fehlt dieses gewisse Etwas“, schlussfolgert Brötje: „Vor allem in den Crunchtime-Spielen auswärts.“ Zur Erinnerung: Auch beim letzten Auswärtsspiel, gegen Vorsfelde im November, zogen die Oldenburger nach engem Spielverlauf in der Schlussphase den Kürzeren (33:34). „Das Schlimme ist, dass wir spielerisch unser Potenzial nicht abrufen“ ärgert sich Brötje und fordert: „Da müssen wir drüber sprechen und uns weiterentwickeln. Das wird die Aufgabe sein, dass wir diese nötige Konstanz, die wir zu Hause definitiv haben, auch auswärts auf die Platte kriegen.“
Die Ebenen
Dabei hat der Trainer bis dato „zwei Ebenen“ ausgemacht: „Die Erste ist ganz klar, dass wir, eine neue, junge Mannschaft haben und Automatismen noch nicht stark genug greifen, insbesondere in schwierigen Phasen. Das heißt: Kontinuität und Trainingsfleiß. Wir müssen über die Wiederholung kommen und das so stark implementieren, dass wir selbst in den größten Stresssituationen auch unsere Dinge so durchlaufen, wie wir es wollen.“ Und zweitens: „Eine taktische und außerhandballerische Aufarbeitung, wieso wir uns auswärts gegen jeden Gegner aus der Liga so schwer tun.“ Das letzte Spiel des Jahres gegen die SG Achim/Baden am kommenden Freitag (20 Uhr, Kleine EWE Arena) kommt insofern gerade recht, es ist schließlich ein Heimspiel… (tos)