Der TvdH Oldenburg trifft in der Regionalliga auswärts auf den TV Schiffdorf. Warum das Spiel gegen den Tabellenletzten „kein Selbstläufer“ wird und worauf es aus Oldenburger Sicht ankommt.
Die Belohnung
Ein Geschenk will Lukas Brötje nicht von seiner Mannschaft. Auch nicht nachträglich zum 34. Geburtstag, den er am vergangenen Montag zu feiern hatte. „Die Jungs brauchen mir nichts schenken“, sagt er mit Blick auf ein mögliches Zwei-Punkte-Präsent beim Auswärtsspiel am Samstag (18 Uhr) beim TV Schiffdorf und betont: „Wir wollen uns belohnen!“ Die zwei Zähler sollen selbstverständlich eben schon aufs TvdH-Konto wandern, wenn die Oldenburger als Tabellenzehnter (8:14) zum Regionalliga-Schlusslicht (5:17 Punkte) reisen. Allzu groß ist der tabellarische Vorsprung also nicht. „Das ist für uns nochmal ein unfassbar wichtiges Spiel“, schlussfolgert Brötje. „Die werden uns nichts schenken.“
Die Art und Weise
Schließlich brauchen auch die Schiffdorfer dringend Punkte. Bei einer Serie von sechs Niederlagen am Stück holte das Team von Trainer Michael Bollhöfer seit Oktober keinen einzigen Zähler. Eine Bedeutung hat das für den TvdH und Brötje aber nicht. „Wir gucken nicht auf die Ergebnisse, sondern die Art und Weise, wie sie spielen“, so der Oldenburger Coach – und da sind die Schiffdorfer eben nicht zu unterschätzen. Bestes Beispiel: Zuletzt boten sie dem Tabellenführer HSG Varel einen beeindruckenden Kampf, führten zwischenzeitlich gar mit drei Toren und hielten lange mit. Darüber dürfe die 23:29-Niederlage, die es letztlich setzte, eben nicht hinwegtäuschen.
Die Warnung
Brötje und dem TvdH stellten sich in der Vorbereitung folglich einige Fragen: „Wo sind ihre Stärken, ihre Schwächen und worauf müssen wir insbesondere in unserer Defensive achten?“ Und da gibt es eben auch beim Tabellenletzten so einiges. „Sie stehen individuell keinem Team der Liga etwas nach, haben junge Leute und in Joel Hoppe einen Top-Mannschaftsführer“, warnt der TvdH-Trainer. Hoppe ist mit 75 Treffern sechstbester Torschütze der Regionalliga, kann aber auch weitaus mehr als „nur“ Tore zu werfen. „Der kann alles, das ist ein unfassbarer Athlet“, zeigt sich Brötje beeindruckt. „Die Atlethik und Dynamik müssen wir ihm nehmen.“
Die Bedingungen
Eine ‚One-Man-Show‘ ist es aber auch beim TV Schiffdorf keineswegs. „Sie haben immer wieder richtig gute Spiele und einen starken Rückraum“, sagt Brötje, der demnach „keinen Selbstläufer“ erwartet. Vielmehr rechnet der TvdH-Trainer mit einem „richtigen Kampf, bei dem wir alles reinwerfen müssen“. Daran, dass seine Mannschaft sich die anvisierte Belohnung in Schiffdorf holen kann, hat der TvdH-Trainer unter zwei Bedingungen aber keine Zweifel: „Wenn wir in unserem System bleiben und die Jungs alles auf der Platte lassen.“ (tos)